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Verantwortlich handeln und leicht wichtige Entscheidungen treffen

Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen ist sowohl im Privat- als auch im Berufsleben ausschlaggebend für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben. Dabei ist die eigentliche Qualität der getroffenen Entscheidung weniger ausschlaggebend als die Tatsache, ob wir grundsätzlich eher entscheidungsfreudig sind oder nicht. Erfolgreiche Menschen übernehmen mehr Verantwortung und sind erwiesenermaßen entscheidungsfreudiger, als Erfolglose. Das heißt nicht, dass die gefällten Entscheidungen immer richtig sind. Es darf durchaus der ein oder andere Fehler gemacht werden. Es kann unter Umständen vorkommen, dass falsche Entscheidungen zu unerwünschten Ergebnissen führen. Doch die Konsequenzen nicht getroffener Entscheidungen wiegen oft deutlich schwerer. Das Treffen bewusster Entscheidungen bedeutet, ein proaktives Leben gefüllt mit wertvollen Erfahrungen zu führen und selbstwirksam zu gestalten. Nehmen Sie ihr Leben in die Hand, übernehmen Sie Verantwortung und entwickeln Sie Mut zur Entscheidung! 

Entscheidungen treffen vs. Gewohnheiten

Eine Studie besagt, dass der Mensch täglich 60.000 Entscheidungen trifft. Doch stimmt diese Zahl tatsächlich? Wenn wir wirklich aktiv vor jedem einzelnen Handlungsschritt alle möglichen Alternativen abwägen würden, dann wären 24 Stunden täglich definitiv zu kurz. Beobachten Sie bei Ihrem nächsten Restaurantbesuch nur einmal, wie lange es durchschnittlich dauert, ein Gericht zu wählen. 
Tatsächlich ist es so, dass die vermeintlichen Entscheidungsprozesse größtenteils aus fest einprogrammierten Handlungsmustern bestehen. Was wir essen, wie wir uns kleiden, wie wir kommunizieren – ja selbst die Art und Weise wie wir denken läuft zu 95% automatisch ab. Im Laufe unseres Lebens haben wir bestimmte Gewohnheiten etabliert, um uns den Alltag zu erleichtern. Das Entwickeln von Gewohnheiten findet hauptsächlich unbewusst statt – genau, wie der Prozess Entscheidungen zu treffen. Wir verfügen also über eine breite Palette an Gewohnheiten, also automatisierte Handlungsmuster. Das Abspielen dieser Muster erfolgt aufgrund von Triggern. Der Wecker klingelt und das Gehirn sucht in der Datei „Was tun, wenn der Wecker klingelt“ nach den gewünschten Handlungsmustern. Bei dem einen steht auf der Karteikarte: „Snooze Taste drücken“, beim nächsten „aufstehen“ und wieder beim Dritten „Dreh dich wieder um, ist doch eh alles egal. Warum hast du dir überhaupt den Wecker gestellt?“. Mit dem Treffen einer bewussten Entscheidung hat das allerdings nicht viel zu tun. 
Wir etablieren Gewohnheiten, um den reibungslosen Ablauf des täglichen Lebens zu gewährleisten. Die Aufgabe besteht darin herauszufinden, welche Gewohnheiten hilfreich, sinnvoll und förderlich sind und welche störend und hinderlich. Um Gewohnheiten zu ändern ist das Treffen von Entscheidungen übrigens enorm ausschlaggebend. 

Einige Entscheidungsmythen

Zunächst ist es wichtig, mit folgenden Mythen bezüglich der individuellen Entscheidungsfreudigkeit aufzuräumen: 

Der Alternativlos-Mythos 

Nichts ist entmächtigender als das Gefühl, keine Wahl zu haben. Doch im Falle der bewussten Entscheidungsfindung ist das so gut wie nie der Fall. Oft denken wir, es gäbe keine Alternative. Bei genauerem Hinsehen stellt sich diese Tatsache dann glücklicherweise als falsch heraus. Es gibt immer mindestens eine weitere Option. 

Der Bewusst-Leben-Mythos 

Mehr als 50% unseres täglichen Lebens werden durch unsere Gewohnheiten bestimmt. Diese ändern wir oft nur, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt und uns Lebenskrisen dazu zwingen. Dann kann allerdings nicht von einer Entscheidung gesprochen werden. Denn das Treffen von Entscheidungen setzt voraus, dass wir eine Option haben und aktiv einen bestimmten Weg wählen. 

Rationalitäts-Mythos 

Wir alle entscheiden emotional und intuitiv aus dem Bauch heraus. Das Wunschdenken der kognitiv rational getroffenen Entscheidung hingegen ist ein Mythos. Für rationale Prozesse wie vernünftiges Handeln oder bewusstes Lernen ist das Großhirn verantwortlich. Das Großhirn ist allerdings nicht handlungsbestimmend. Für Emotionen sowie Entscheidungen ist das Zwischenhirn verantwortlich – Entscheidungen werden also immer emotional getroffen. 

Wie Sie es schaffen, schwere Entscheidungen leicht zu treffen

Grundsätzlich fällt das Treffen von Entscheidungen leichter, wenn wir wissen, was wir wollen und brauchen. Es erfordert übrigens mehr Anstrengung, sich gegen etwas zu entscheiden als dafür. 
Schreiben Sie sich am Besten einmal alle mögliche Optionen auf, die Ihnen bei einer bestimmten Entscheidung zur Verfügung stehen. Nun gibt es unterschiedliche Methoden und Entscheidungshilfen, die schwierige Entscheidungen erleichtern. 
Grundsätzlich ist eine entspannte Geisteshaltung von Vorteil, denn unter Panik und Anspannung ist das Treffen von bewussten Entscheidungen unmöglich. 
Weiterhin sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um Entscheidungsprozesse zu üben. Wenn wir bestimmte Entscheidungen unter starkem (Zeit-)Druck treffen müssen, greifen wir lediglich auf bereits gelernte Handlungsmuster und Standards zurück. Das schränkt unsere Auswahlmöglichkeiten natürlich enorm ein. Wenn wir hingegen ausreichend Zeit haben und uns sicher fühlen, dann können wir entspannt die Vor- und Nachteile der einzelnen Optionen abwägen. Also atmen Sie tief durch, nehmen Sie sich genügend Zeit und entspannen Sie beim Entscheidungsprozess. 

1. Methode: Der Entscheidungsnavigator

Ob beruflich oder privat – mit dem Entscheidungsnavigator fällt das Ihnen das Treffen von Entscheidungen beim nächsten Mal leicht. Stellen Sie sich nacheinander folgende Fragen: 

1. Was hält mich zurück?

2. Was befürchte ich?

3. Was könnte schlimmstenfalls passieren?

4. Was würde passieren, wenn ich nichts tue? 

Wie schlimm ist das Worst-Case-Szenario wirklich? Welche Glaubenssätze, falschen Überzeugungen oder womöglich Ängste halten Sie zurück? Grundsätzlich wollen wir Gefahr, Angst und Unwohlsein vermeiden und streben hin zu Freude, Zufriedenheit und Glück. Unser Gehirn will uns schützen und lässt bei der kleinsten Veränderung im gewöhnlichen Ablauf die Alarmglocken schrillen. Unsere Aufgabe ist es, alle Fakten und möglichen Konsequenzen im Vorfeld zusammen zu tragen und genau zu analysieren. Betrachten Sie vermeintliche Gefahren daher durch das Vergrößerungsglas. 

2. Methode: Der Münztrick

1. Schreiben Sie zunächst alle Möglichkeiten auf, die du hast 
2. Streichen Sie alles, was überhaupt nicht infrage kommt und tun Sie das solange, bis nur noch maximal 2 mögliche Entscheidungen übrig bleiben und nennen diese Variante A und B. 
3. Werfen Sie nun die Münze. Kopf oben bedeutet Variante A, Zahl oben bedeutet Variante B. 
4. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl in dem Moment, wo Sie das Ergebnis erfahren. Reagieren Sie eher mit Abwehr und einem mulmigen Bauchgefühl? Oder Mit Erleichterung und Freude? 
Unabhängig vom Ergebnis auf der Münze zeigt Ihnen die Reaktion Ihres Körpers sowie der Emotionen oder Gedanken, die aufkommen, was der für Sie richtige Weg ist. 

3. Methode – Visualisierung

Wenn wir aus Angst vor Fehlern, Ungewissheit oder Unsicherheit keine Entscheidung treffen können oder wollen, bietet sich die Methode der Visualisierung an. Somit überzeugen wir unseren Verstand mit Erfahrungen – auch wenn diese gemachten Erfahrungen nur in der Phantasie gemacht werden. Das Gehirn kann nämlich nicht unterscheiden, ob eine Erfahrung tatsächlich erlebt, oder ob diese „nur“ visualisiert wird. 

– Visualisieren sie alle möglichen Optionen, eine nach der anderen. 
– Stellen Sie sich vor, Sie hätten diese Entscheidung getroffen. Was sind die Konsequenzen? 
– Beziehen Sie bei der Visualisierung alle Sinne ein. Gehen sie dabei so präzise und detailliert, wie möglich vor. 

Folgende Fragen können Sie zur Hilfe verwenden: 

– Wie fühle ich mich? 
– Welches Bedürfnis wird erfüllt? 
– Wer ist betroffen? 
– Was denken die anderen? 
– Wie geht es mir momentan körperlich und psychisch? 

Trainieren Sie Ihre Entscheidungsfreudigkeit

Jede Entscheidung ist besser, als keine Entscheidung. Denn wenn Sie nicht aktiv und verantwortungsvoll über Ihr Leben entscheiden, dann tun es Andere. Das führt zu einem Gefühl von Hilf – und Machtlosigkeit. Außerdem verleitet es zu der unschönen Charaktereigenschaft, die Anderen für das eigene Leid verantwortlich zu machen. Auf Dauer macht diese Art der Lebenseinstellung allerdings unglücklich. 
Nutzen Sie daher ab sofort jede Gelegenheit, Ihre Entscheidungsfreudigkeit zu trainieren. Der Trick ist: überzeugen Sie ihr Gehirn davon, dass keine Gefahr besteht. 
Je öfter wir erleben, dass uns Entscheidungen und Fehler nicht umbringen, desto Entscheidungsfreudiger werden wir.

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