Wie die Hausaufgaben meines Sohnes die Führungskräfte-Welt verändern

Wenn Du Kinder hast oder selbst einmal Kind warst, dann kennst Du sicherlich die meist unbeliebten „Hausaufgaben“.
 
Mein Sohn sitzt mir gerade gegenüber und ist dabei seine Hausaufgaben zu erledigen.
Wie so oft wird er gleich zu mir kommen und mich fragen, ob ich seine Arbeit kontrollieren kann.
 
Und genau an der Stelle gibt es zwei Möglichkeiten, wie DU als Vater, Mutter oder auch als
Führungskraft die Welt für andere Menschen verändern kannst!
 
Du hast in der Hand worauf Dein gegenüber zukünftig seinen Fokus legt: Auf die positiven Dinge oder auf Fehler und Schwierigkeiten.
Wenn mein Sohn, so wie gleich zu mir kommt und mich fragt, ob ich seine Aufgaben kontrollieren kann, dann schicke ich ihn erst nochmal los,
mir einen grünen Stift holen. Mit diesem grünen Stift hake ich alle Aufgaben ab, die er richtig gelöst hat. Einige wenige Aufgaben bekommen
dann keinen grünen Haken, weil hier noch einmal etwas nachgebessert werden muss.
 
Was löst das jetzt bei meinem Sohn, Deinen Kollegen oder Mitarbeitenden aus für die Du verantwortlich bist, wenn Du die vielen Dinge
„grün abhakst“ also deutlich machst, die er oder sie richtig machen? Logischerweise motiviert dies vielmehr als würdest Du fast
ausschließlich die Fehler ansprechen.
 

"Fehler sind eine Weiterbildungsmaßnahme"


Natürlich ist es wichtig auch über die Dinge zu sprechen, die noch nicht gut funktionieren, Abläufe, die nicht gut laufen oder aber Fehler,
die so nicht wieder passieren sollen.
Fehler sind eine Weiterbildungsmaßnahme und wie so viele Weiterbildungsmaßnahmen kosten diese erst einmal Zeit, Geduld,
meistens sogar Geld.
Doch aus der Lernpsychologie wissen wir, dass wir nur 20 % von dem behalten, was uns jemand erklärt.
Und stattliche 90% behalten wir von dem was wir selbst tun. Somit sind Fehler etwas sehr Wertvolles
– vorausgesetzt, dass aus dem Fehler gelernt wird.
 
Doch wie will mein Sohn, um wieder auf ihn zurückzukommen, aus Fehlern lernen, wenn diese ihn nur frustrieren?
Er würde sich später ständig über seine Fehler ärgern und immer etwas Negatives damit verbinden.
 
Das ist der Grund, warum ich ihn schon jetzt darauf vorbereite, dass er ganz viel richtig macht und an der einen oder anderen Stelle besser werden kann. Wir alle sind großartige Menschen – doch zu was werden wir, oftmals schon in der Schule geformt? Zu Menschen, die sich bei getaner Arbeit nur auf die eigenen Fehler (und somit gleichzeitig auch auf die Fehler der anderen) konzentrieren. Wie wollen wir so weiterkommen? Als ich dieses Muster vor einigen Jahren auch bei mir erkannte, war ich erschrocken und habe mich dazu entschieden dies sofort zu ändern. Und natürlich klappte es nicht so einfach!

"Was mir aber dann doch sehr schnell geholfen hat"


Was mir aber dann doch sehr schnell geholfen hat, war, dass ich jeden Abend 3 Dinge aufgeschrieben habe, die ich tagsüber richtig gut gemacht habe (und das können einfache Dinge sein, wie z.B. ein erfolgreiches Telefonat geführt zu haben). Und dann habe ich mir eine Sache aufgeschrieben, die nicht so gut funktioniert hat. Dazu habe ich dann aber direkt geschrieben, wie ich zu dieser Situation beigetragen habe und wie ich es in Zukunft besser machen kann. Es ist unglaublich, was schon nach wenigen Tagen mit meinem Gehirn passiert ist! Es hat gemerkt, dass sich sein Chef gerne mehr auf die positiven Dinge konzentriert und es suchte automatisch nach Lösungs- und Verbesserungsideen. So ähnlich wie beim Autofahren. Da denke ich ja auch nicht mehr, so wie in meinen ersten Fahrstunden mit meinem Fahrlehrer Achim „Jetzt musst Du mit dem linken Fuß die Kupplung treten und mit dem rechten Arm den nächsten Gang einlegen…“ Schon nach wenigen Wochen mit meinem Führerschein lief das völlig automatisch – mein Gehirn ist klasse – ich kann es steuern!
 
Gut – heute passiert es mir öfter, dass ich vor unserem zu Hause auf den Parkplatz fahre und mich frage „wie bist Du hier hingekommen?“ so automatisch funktioniert mein Gehirn.
Doch viel besser ist, dass ich mich dasselbe Fragen könnte, wenn ich ein berufliches Ziel erreicht habe. Doch ich brauche mich nicht Fragen, denn ich weiß es! Ich habe mich darauf trainiert.

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