Warum Führungskräfte und UnternehmerInnen umdenken müssen

Kennst Du auch noch Betriebe in denen noch Führungsstile der 80er Jahre herrschen? Davon gibt es noch erstaunlich viele! Was ich aber beobachten kann ist, dass dort immer mehr MitarbeiterInnen gehen und Neue nur sehr kurz bleiben. Gerade die Generationen Y, Z und die, die jetzt noch so nachkommen, wollen mitbestimmen. Sie wollen das Unternehmen aktiv mitgestalten. Einen Führungsstil mit den „Friss oder Stirb-Regeln“ akzeptieren diese MitarbeiterInnen nicht mehr. Warum auch? Fast alle Unternehmen suchen händeringend nach MitarbeiterInnen (neulich erzählte mir sogar ein Unternehmer „Es ist mir völlig egal wer sich bewirbt – er wird grundsätzlich erst einmal eingestellt!“). Warum sollte jetzt also ein Bewerber, Azubi oder auch jemand, der schon jahrelang im Betrieb ist dableiben, wo er sich nicht aktiv an den Unternehmensprozessen beteiligen und diese mitgestalten kann? MitarbeiterInnen bewerben sich schon seit einigen Jahren nicht mehr bei Betrieben – es ist umgekehrt! Unternehmen legen die Karten auf den Tisch (ähnlich wie in einem Werbespot „Mein Haus, mein Auto, mein Boot…“). Potenzielle MitarbeiterInnen bekommen gezeigt, was sie alles erhalten, wenn sie sich „dazu herablassen“ für Dein Unternehmen zu arbeiten.

Dabei kann es sehr einfach sein, einen so attraktiven Arbeitsplatz zu schaffen, dass MitarbeiterInnen wie von einem Magneten angezogen werden.

Viele UnternehmerInnen glauben immer noch, dass

- ein hohes Gehalt
- Zusatzleistungen
- ein teurer Dienstwagen

oder ähnliche Anreize dazu führen, dass MitarbeiterInnen kommen oder bleiben.

Dabei zählen heutzutage ganz andere Werte wie zum Beispiel:

- flexible Arbeitszeiten
- die Möglichkeit auch mal von zu Hause aus zu arbeiten
- Mitbestimmung bei Unternehmensprozessen
- familienfreundliche Kernarbeitszeiten
- unkomplizierte, unbürokratische Unternehmensabläufe (Urlaubszettel mit fünf Unterschriften?!)

MitarbeiterInnen wollen gehört werden. Sie wollen Ihre Meinung teilen und das Unternehmen gemeinsam groß machen.

Wenn Du jetzt angestellte Führungskraft bist und nicht einfach mal grundsätzlich „alles“ im Unternehmen ändern kannst, dann fang im Kleinen an: Wenn Deine MitarbeiterInnen auf dich zukommen und zum Beispiel wissen wollen, wie sie etwas lösen können, gibt ihnen nicht die Lösung! Frag sie „Wie würden Sie das denn jetzt lösen?“ Oder: „Angenommen Sie wären jetzt an meiner Stelle, wie würden Sie jetzt entscheiden?“

Hoppla! Auf einmal werden aus Teelichtern Lagerfeuer und manchmal sogar aus Lagerfeuern Wunderkerzen (oder zumindest hat so ein Lagerfeuer öfter mal Funkenflug und der Funke springt über). Es ist großartig wie sehr MitarbeiterInnen diese Fragen unterbewusst wertschätzen. Denn das Großartige an der Frage ist: Sie lassen Ihre MitarbeiterInnen nicht alleine mit ihrem Problem stehen, sondern sie bringen sie dazu noch genauer nach einer Lösung zu suchen. Und das Tolle: Dein/e MitarbeiterIn hat eine „eigene“ Lösung entwickelt.

Tipp:
Egal wie die vom/von der MitarbeiterIn vorgeschlagene Lösung aussieht (wenn nicht Gefahr im Verzug ist) lass sie ihren Vorschlag genau so umsetzen. Eigene Fehler zu machen und daraus zu lernen ist oft finanziell günstiger als gute Seminare.

„Fehler sind eine Weiterbildungsmaßnahme“

Wenn Du diese These als oberste Regel in Deiner Fehlerkultur im Unternehmen einbaust, wirst du feststellen, dass MitarbeiterInnen auf einmal viel weniger Fehler machen werden. Das ich das nicht von Anfang an so gesehen habe, liest Du in meinem Blogbeitrag "Der Tag an dem ich alle meine MitarbeiterInnen feuerte"

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