Fachkräftemangel: Eine riesen Chance für Führungskräfte in KMUs

Immer mehr Unternehmen unterliegen dem Fachkräftemangel, dabei kann dieser eine riesen Chance, gerade für kleine bis mittelständische Unternehmen sein, sagt Raphael Stenzhorn, Experte für Begeisterung in und um Unternehmen.

Es sind die Mitarbeiter, die die Regeln machen wollen und Unternehmen bewerben sich mittlerweile bei potenziellen Mitarbeitern und nicht mehr andersherum. Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Zu gut? Es können gar nicht alle eingehenden Aufträge angenommen oder abgearbeitet werden, weil es an Personal, insbesondere an Fachkräften fehlt. (Laut Süddeutsche Zeitung gab es im Juni 2017 2,47 Millionen Arbeitslose - das ist der niedrigste Stand in einem Juni seit 1991. Die Quote beläuft sich nun auf 5,5 Prozent)

Und dann kommen Arbeitnehmer auch noch mit Sonderwünschen und „familienfreundlichen Arbeitszeiten“. Tagtäglich schlagen sich Führungskräfte, Personalmanager und Unternehmer mit dem Ungleichgewicht zwischen Auftragslage und Human-Ressources (Arbeitskräften) herum: „Am Wochenende arbeiten? Sorry Chef, ich mache mir eine schöne Zeit mit meiner Frau.“

Was nun? Kündigen? Geht nicht – ich brauche ihn ja! Durchgehen lassen? Geht irgendwie auch nicht – was kommt denn als nächstes? Dass diese Situation für KMUs eine riesen Chance sein kann, ist kaum vorstellbar. „Sie sollten eines bedenken: Es geht gerade fast allen Betrieben so; Vom kleinen Schreinereibetrieb bis zum Großkonzern. Und weil MitarbeiterInnen die Wahl haben, wo sie arbeiten wollen, ist es um so wichtiger, dass ich mich als Arbeitgeber so passgenau auf die Wünsche einstelle, wie es aus betriebswirtschaftlicher Sicht eben geht. Und jetzt kommt die gute Nachricht: Es sind oft gar nicht die unmöglichen oder kostspieligen Dinge, die die Mitarbeitenden haben wollen!

Es sind oft nur Kleinigkeiten, die sich sogar leicht umsetzen lassen!“ berichtet Raphael Stenzhorn, der beinahe täglich in unterschiedlichsten Unternehmen aller Branchen mit Vorträgen und Workshops herausfindet, was die Unternehmen genau in Ihrem Betrieb verbessern können, damit MitarbeiterInnen gerne bleiben und Neue gerne kommen. „Bei meiner Arbeit gibt es einen ganz wichtigen Schlüssel: Die Mitarbeitenden selbst! Wir müssen sie halt mal fragen und ich rede jetzt nicht von einem 08/15 Fragebogen, die bringen sowieso nichts! In meinen Workshops arbeite ich mit meinem „Feuer-Modell“ mit dem wir drei unterschiedliche Mitarbeitertypen identifizieren und dann mit ihnen gemeinsam daran arbeiten, dass der Arbeitsplatz für sie und für zukünftige MitarbeiterInnen spannend bleibt! Ich gehe sogar so weit, dass ich zu beginn meines Vortrages alle Mitarbeiter im Betrieb „feuere“, um sie wenige Sekunden später wieder als „Mitunternehmer“ einzustellen.
Natürlich machen wir das „nur“ im Kopf und nicht auf dem Papier – aber alleine das löst bei den Mitarbeitenden ähh, Mitunternehmenden aus, dass sie sich ganz anders um das Unternehmen kümmern WOLLEN. Wenn die Führungskraft dann noch einige Strategien und Hebel nutzt, fängt der „Mitunternehmer“ an ganz anders über sich und seinen Arbeitsplatz nachzudenken!“

Und genau das führt laut Stenzhorn dazu, dass sich die MitarbeiterInnen noch mehr mit dem Unternehmen verbunden fühlen und es alleine deswegen weniger Diskussionen und daher effizientere Abläufe gibt! 

Fazit:Führungskräfte in Unternehmen sollten umdenken und ihre MitarbeiterInnen mehr als MitunternehmerInnen sehen. Auch neue Wege in der Mitarbeiterführung und der Mitarbeitergewinnung können für die meisten Betriebe eine Chance sein, um wertvolle MitarbeiterInnen zu halten und gute Neue zu gewinnen. In den meisten Fällen hat es Sinn, dass eine solche Veränderung im Betrieb mit Impulsen und Anleitung „von aussen“ begleitet wird. Denn wie so oft gilt: Der Prophet im eigenen Land hat keine Chance! „Wichtig ist, dass Unternehmen ein klares System und Leitplanken nutzen, damit MitarbeiterInnen nicht einfach machen können was sie wollen.“ warnt Stenzhorn.

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